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Ein Vierteljahrhundert Fan-Projekt Bremen
„Sitzen ist für’n Arsch!“

Das erste deutsche Fanprojekt war das in Bremen – im Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland wird es 25 Jahre alt. Allerdings ist der Anfang nicht ganz eindeutig auszumachen. Vor dem Beginn einer institutionalisierten Jugendarbeit mit Fußballfans im Winter 1981 gab es bereits eine Studentengruppe unter Leitung von Narciss Göbbel, die sich mit den Werder-Fans unter sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten beschäftigte. Professor Göbbel und seine Studenten von der Uni Bremen versuchten sich seit Ende der 70er mit Hilfe der Feldforschung und der Subkulturtheorie des Centre for Contemporary Cultural Studies der Universität Birmingham den Fanphänomenen in der Bundesliga zu nähern. Als sie einen Aufruf der Bremer Sportjugend im „Weser Kurier“ lasen, in dem auf Gewalttätigkeiten unter den Fans aufmerksam gemacht und eine sozialpädagogische Intervention eingefordert wurde, beschlossen sie, sich dieser Frage zu widmen und ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Es wurden zwei Pädagogen gefunden, die über ihr Studium an der Universität Bremen bereits Kontakt zu der Gruppe hatten. Wie damals üblich, wurden Manfred Knaust und Lutz Linnemann als ABM-Kräfte unter dem Titel „Fan-Projekt Bremen“ bei der Bremer Sportjugend Anfang 1981 zunächst für ein Jahr eingestellt.

Schon 1977 hatte Göbbel erste Seminare zum Thema Fußball unter dem Titel „5xF“ (Familie, Fabrik, Feierabend, Fernsehen, Fußball) im Rahmen der Lehrerausbildung an der neuen Bremer Reformuniversität gehalten, in denen es um Alltagskultur, Lebenswelten und das Verhältnis von Arbeit und Leben ging. Auf diese Weise entwickelte sich eine Gruppe von Studenten, die mehr über Fußball als Soziokultur wissen wollten. Die Gruppe reiste nach England, beschäftigte sich mit den damals neuesten Entwicklungen der Subkulturforschung, beobachtete systematisch das Zuschauerverhalten im Weser-Stadion und stieß so auf die Gruppe der Werderfans, die sie als jugendkulturelle Teilöffentlichkeit beschrieben und untersuchten. Dabei ging es ihnen darum, diese Jugendszene von innen heraus zu verstehen und ihre Struktur zu erfassen. Das hieß, zu ihnen auf die Stehplatzränge, die sich damals noch in der Nordgerade Höhe Mittellinie befanden, zu gehen und an ihren Auswärtsfahrten teilzunehmen. 1979 nahmen sie dann über die Sportjugend auch Kontakt zum SV Werder auf, der gerade ein neues Präsidium mit Franz Böhmert und Klaus-Dieter Fischer bekommen hatte und offen für ihr Anliegen war, mit den jugendlichen Werderanhängern zu arbeiten. Zumal es zu dieser Zeit zu einem Zerwürfnis der Werder-Fans mit dem damaligen Manager des Vereins, Rudi Assauer, gekommen war (Assauer hatte den Fans zwar seine Unterstützung bei ihren Auswärtsfahrten versprochen, gleichzeitig aber von ihnen gefordert, dass sie mögliche Randalierer bei ihm meldeten). Die Gruppe um Professor Göbbel bekam, ohne es zu wollen, einen Beraterstatus. Außerdem interessierte sie auch die ordnungspolitische Seite, so dass Kontakt mit dem Ordnerdienst des Weser-Stadions und der Bremer Polizei aufgenommen wurde. Ihre Erkenntnis: Eine sozialpädagogische Intervention ist notwendig und zwar nach allen Seiten. Ihr Ziel: Übernahme von Verantwortung für die Jugendlichen, insbesondere durch den Verein und die Zuschauer. Dies hieß u.a., Trainer, Spieler und Fans zusammenzubringen und in die Fanarbeit einzubinden.

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